Prof. Dr. Wierlacher
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Fort- und Weiterbildung

Am 23. Oktober 1995 erklärten das Europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union das Jahr 1996 zum 'Europäischen Jahr des lebensbegleitenden Lernens1. Diese Erklärung spiegelt einen fundamentalen Wandel unserer Lebensbedingungen in der industrialisierten Informationsgesellschaft vor allem infolge der Wissensexplosion und des Bedarfs an Basiswissen : "Für alle Studiengänge gilt, daß eine rasante Wissensvermehrung es immer unmöglicher macht, in die Ausbildung die gesamte Wissensbreite eines Faches aufzunehmen. Also muß das Studium vor allem wissenschaftliche Grundlagen- und Methodenkenntnis vermitteln und dadurch weiterbildungsfähige Absolventen hervorbringen"2. ‚Continuing education' ist eine lebenslange Aufgabe der Menschen und ein zentrales Themen aller Bildungs- und Wissenschaftspolitik geworden.

Dieses Aufgabenfeld gehört zu den vier interdisziplinären Arbeitsgebieten, die aus der interkulturellen Germanistik im Sinne des Handbuchs interkulturelle Germanistik herausgewachsen sind. Anzuführen sind vor allem die Beiträge des Bandes 22 (1996) des Jahrbuchs Deutsch als Fremdsprache (Intercultural German Studies) sowie die Gründung des Hochschulverbands für interkulturelle Studien als Weiterbildungsakademie und die neue Jahresbibliographie, die das Jahrbuch 2004 eingerichtet hat. Ermöglicht wurde diese einzigartige Bibliographie durch Alois Wierlachers Anregung einer Kooperation zwischen InWEnt und dem Jahrbuch. Als Verfasserin konnte Astrid Vochtel (InWEnt) gewonnen werden, die vor ihrer Tätigkeit bei InWEnt mehrere Jahre lang die Geschäftsstelle der damaligen Bayreuther Weiterbildungsakademie für interkulturelle Studien geleitet, sich auch systematisch mit Weiterbildungsfragen befasst und im Handbuch interkulturelle Germanistik (Stuttgart 2003) den Artikel ‚Wissenschaftliche Weiterbildung' verfasst hat.3 Die Erstellung der Bibliographie wurde durch die bibliographische Zuarbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IZEP (Informationszentrum Entwicklungspolitik) bei InWEnt unterstützt.

Aus der Einleitung der neuen Jahresbibliographie:
"In einer Zeit, in der Bildungsfragen in aller Munde sind und sich das Bewusstsein für den Stellenwert einer tragfähigen Grundbildung sowie einer global verankerten Weiterbildung schärft, erhält die systematische Beschäftigung mit diesem Aufgabenfeld eine herausragende Bedeutung. Die Ergebnisse der internationalen Schülerleistungsvergleiche (PISA etc.) und die Konsequenzen, die daraus für die Schulpädagogik und die Lehreraus- und -fortbildung gezogen werden müssen, sind ein wichtiges Arbeitsfeld der Zukunft. Die Diskussionen um den ‚Standortfaktor Bildung' reichen jedoch weit über die Grundbildung in den Schulen und die daran anschließende Berufsausbildung oder das Hochschulstudium hinaus. Die Proklamation der Wissensgesellschaft geht einher mit Konzeptionen des lebenslangen bzw. lebensbegleitenden Lernens und muss angesichts der zunehmenden Globalisierung und Medialisierung unserer Lebens- und Arbeitswelten auch internationale, interkulturelle sowie multimediale Dimensionen mit einschließen.

Die politische Bedeutung, die dem ‚Standortfaktor Bildung' in Deutschland beigemessen wird, spiegelt sich wider in der Vielzahl an einschlägigen Aktionen und Programmen der vergangenen Jahre, vom Aktionsprogramm "Lebensbegleitendes Lernen für alle" von Januar 2001 über das BMBF-Programm "Lernende Regionen", die Einrichtung des internetbasierten "Forum Bildung", die Fortführung der "Konzertierten Aktion Weiterbildung", die Beauftragung einer Expertenkommission "Finanzierung lebenslangen Lernens", Initiativen für Qualität und Transparenz in der Weiterbildung bis hin zur bildungsbezogenen Arbeit der Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" (Hartz-Kommission). Die nationalen Programme und Konzepte sind eingebettet in internationale Bemühungen um eine Stärkung des (Weiter-) Bildungssektors und entsprechen beispielsweise den Forderungen des Europäischen Rates vom 27. Juni 2002 zur Entwicklung kohärenter Strategien Lebenslangen Lernens in den Staaten der Europäischen Union.4

Internationalität in Bildung und Weiterbildung bedeutet aber nicht nur, die eigene Position im globalen Wettbewerb zu stärken, sondern gleichzeitig einen Beitrag zu leisten zum Aufbau weltweiter Wissensnetzwerke und Lerngemeinschaften. Dieses erklärte Ziel deutscher Entwicklungszusammenarbeit bestimmt maßgeblich die Arbeit von InWEnt - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH - die im Jahre 2002 aus der Fusion von Deutscher Stiftung für Internationale Entwicklung (DSE) und Carl-Duisberg-Gesellschaft (CDG) hervorgegangen ist. Unter ihrem englischen Namen "Capacity Building International" versteht InWEnt die Weiterbildung durch Informations- und Wissensaustausch, wobei die weltweit durchgeführten Dialog- und Trainingsmaßnahmen der gezielten Personal- und Organisationsentwicklung in den Partnerländern dienen und im Gegenzug Erkenntnisse liefern für die entwicklungsbezogene Bildungsarbeit in Deutschland.5

Diese umfassende Konzeption von Weiterbildung und lebenslangem Lernen - einerseits verstanden als Grundlage für die Zukunftsfähigkeit unseres eigenen Landes und unserer Bürgerinnen und Bürger, andererseits aber auch eingesetzt zur Gestaltung von Globalisierungsprozessen und als Beitrag zur Erreichung weltweiter Entwicklungsziele, formuliert beispielsweise in den "Millenium Development Goals" der Vereinten Nationen 6 - stellt den Rahmen dar für die vorliegende Jahresbibliographie zur Weiterbildung. Die an dieser Stelle erstmals veröffentlichte Bibliographie umfasst eine Auswahl von rund 70 Publikationen aus dem Jahr 2003, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Weiterbildung auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene auseinandersetzen. Aufgenommen wurden sowohl Monographien und Zeitschriftenartikel zu einschlägigen Fragestellungen wie auch relevante Positionspapiere, Kongress- und Konferenzdokumentationen. Die Konzentration auf deutschsprachige Veröffentlichungen hat zur Folge, dass die behandelten Themen vorrangig dem deutschen Weiterbildungsdiskurs entnommen sind. Dabei finden sich aber auch eine Reihe von Titeln mit internationalem Bezug.

Ein grundlegendes Auswahlkriterium für die vorliegende Bibliographie bildet die Differenzierung zwischen Weiterbildung und Fortbildung. In Anlehnung an Ausführungen der Hochschulrektorenkonferenz wird unter Fortbildung die Weiterqualifizierung im eigenen Fach, unter Weiterbildung hingegen die Erweiterung des Fachwissens um Wissensbestände, die für die je eigene Arbeit unter übergeordneten Gesichtspunkten konstitutiv sind, verstanden".

Literaturhinweise:

  1. Beschluss Nr. 2493/95/EG (Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften vom 26. Oktober 1995, Nr. L 256/45.)
  2. Roman Herzog: Bildung als Dauerauftrag: In: Forschung und Lehre 8/96, S. 402-405, hier S. 404.
  3. Vgl. Astrid Vochtel: Wissenschaftliche Weiterbildung. In: Alois Wierlacher/Andrea Bogner (Hg.): Handbuch interkulturelle Germanistik. Stuttgart 2003, S 188-198.
  4. www.bmbf.de/bildung/index.php
  5. InWEnt: Capacity Building: Wissen als Schlüssel für Zukunftsfähigkeit (Jahresbericht 2003). Bonn 2004.
  6. www.un.org/millenniumgoals/

13.08.2015