Prof. Dr. Wierlacher
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Blickwinkel
Kulturelle Optik und interkulturelle Gegenstandskonstitution

Hg. Von Alois Wierlacher und Georg Stötzel. München: iudicium 1996, 1011 Seiten.

Titelseite - Blickwinkel Dieser umfangreiche Band gehört zu den zentralen Publikationen der interkulturellen Germanistik. Er versammelt die Beiträge des dritten Kongresses der Gesellschaft für interkulturelle Germanistik, der vom 19.- bis 23 Juli 1994 an der Universität Düsseldorf durchgeführt wurde. Mit diesem Kongress wurde zugleich Professor Wierlachers zehnjährige Gründungspräsidentschaft dieser Gesellschaft (1984-1994) abgeschlossen.
Vor allem der Eröffnungsbeitrag von Alois Wierlacher und Ursula Wiedenmann über Blickwinkel der Interkulturalität. Zur Standortbestimmung interkultureller Germanistik (S. 23-64) hat zu vielen Resonanzen geführt und ist auszugsweise mehrfach nachgedruckt worden, vgl. auch Alois Wierlacher: Architektur interkultureller Germanistik (München: iudicium 2001). Die Überlegungen des Beitrags führen zu drei Konzeptualisierungen: dem Blickwinkel als "Neigungswinkel" zwischen Eigenem und Fremdem, dem Blickwinkel als einem "ganzheitlichen Sehepunkt" und dem Blickwinkel als interkultureller Zwischenposition im Sinne der dreifachen Bedeutung des Formativs inter (zwischen, reziprok und miteinander). Die Zielsetzung des Ganzen wird aus den folgenden Abschnitten (S. 38 f.) erkennbar:

Faßt man die berührten Bedeutungsbereiche von 'Blickwinkel' als Seh- oder Augenwinkel, Standort, Perspektive, Betrachtungsart zusammen, so dürfte jenseits aller kulturellen und eher mechanistischen physio - optischen Konzeptualisierungen die Intention deutlich werden, die den Kongress unter das Thema 'Blickwinkel' stellte und die Kongreßtage mit den Wörtern 'Blickwinkel oder Konstruktionsperspektiven', 'Blickwinkel der Kulturen', 'Blickwinkel ausgewählter Nachbardisziplinen' überschrieb. Die Einführung und Festigung des Blickwinkel-Begriffs liegt in unserer Sicht aber nicht nur im Interesse der Klärung und Ordnung unserer wissenschaftlichen Rede, sondern erscheint uns auch insofern ratsam, als der Ausdruck 'Blickwinkel' in seiner Eigenschaft als Kompositum von 'Blick' und 'Winkel' sehr viel deutlicher die Verknüpfung naturaler und kulturaler Erkenntnisfaktoren zum Anschauung bringt als es die anderen genannten Wörter und der viele verschiedene Vorstellungsinhalte umfassende Perspektivbegriff vermögen.
Kulturen stellen, so wird heute weithin angenommen, unterschiedliche Deutungs- und Handlungsmuster zur Verfügung, die als solche auch eine Grundlage für interkulturelle Kommunikation bilden. Eine der künftigen Aufgaben interkultureller Germanistik heißt folglich, Konturen dieser Muster zu erforschen und entsprechende kollektive Blickwinkel und ihre kulturelle Prägekraft zu erforschen sowie kulturspezifische 'Äquivalenzen' in anderen Kulturen und Wissenschaftssprachen vergleichend zu untersuchen.

13.08.2015