Prof. Dr. Wierlacher
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Fremdgänge
Eine anthologische Fremdheitslehre für den Unterricht Deutsch als Fremdsprache.

Herausgegeben von Alois Wierlacher und Corinna Albrecht.

Inter Nationes Bonn 1995, 2. Aufl 1998, 192 Seiten.

Dieses Lehrbuch wurde im Anschluss an die xenologische Forschungsarbeit (vgl. Kulturthema Fremdheit 1993) in einem Zeitraum von mehreren Jahren für Inter Nationes erstellt. Es ist 1995 zum ersten Mal erschienen und liegt seit 1998 in zweiter Auflage vor.

Das Buch ist als Anthologie im Sinne eines Readers angelegt. Es wurde primär als Arbeitshilfe für die Lehrenden im Unterricht Deutsch als Fremdsprache im Ausland verfasst; die Einsatzmöglichkeiten sind aber nicht auf diesen Kontext beschränkt. Es kann wie ein Studienbuch gelesen oder auch zu einzelnen Aspekten des Fremdheitsthemas konsultiert werden. Er ist als Material der Selbstfort- und Weiterbildung für Lehrende und andere Führungskräfte gedacht.

Das Buch umfasst 4 Kapitel. Das erste Kapitel bietet als einführende Texte Beiträge zur Erkenntnis der Universalität von Fremderfahrungen und der anthropologischen Dimension von Fremdheit und verdeutlicht die grundlegende Ambivalenz von Chance und Gefahr, die der Begegnung mit kultureller Fremdheit innewohnt.

Das zweite Kapitel stellt literarische Texte vor, die unterschiedliche Aspekte vom Fremden und seiner Erfahrung thematisieren. Ausgehend von systematischen Darstellungen der Beziehungen zwischen Literatur und Fremde spannt sich der Bogen von Gedichten zur Erfahrung von Alterität über Texte unterschiedlicher Art zum Problem des Fremdseins in der Welt, der Entfremdung und der Fremdheitskonstruktion bis hin zu literarischen Überlegungen zur produktiven, die Initiativkraft stärkenden Folgerung aus Fremderfahrungen, zur rechtlichen und sozialen Anerkennung des Fremden und zur epistemischen Funktion des Fremden.

Die Reihenfolge der Abschnitte baut zugleich Brücken zum dritten Kapitel der Anthologie, das fremdheitskundliche Beiträge aus der Wissenschaft zum Thema hat. Es beginnt mit einer Reflexion über die Geschichte der Beschäftigung mit fremden Kulturen in Deutschland und die historischen Wandlungen des Fremdenrechts und versammelt Beiträge zur Typologie des Fremden, zur Rolle Fremder im Kulturwandel, zu Fremdheitskonstruktionen und zur Dialektik von Heimat und Fremde. Einen breiten Raum nehmen Texte ein, die Funktionen von Fremdheit vorstellen. Diese Texte aus verschiedenen Disziplinen der Kulturforschung dienen der Vertiefung des Fremdheitswissens und bieten Stoff für vertiefende Vorbereitungen und eigenständige Diskussionen des Themas. Den Abschluss bilden Überlegungen zur Beziehung von Fremdheit und Toleranz.

Das vierte und letzte Kapitel bündelt Perspektiven einer 'Praxeologie' zum individuellen Lesen und zur Erörterung in Arbeitsgruppen. Diese 'Praxislehre' versteht sich als Baustein und Anregung zur Ausbildung einer Fremdheitspädagogik. Ein Glossar ausgewählter Grundbegriffe, Kurzporträts der Autoren und eine Auswahlbibliographie schließen das Lehrbuch ab.

13.08.2015